Die Ebenalp ist meiner Meinung nach immer wieder eine Reise wert. Diese sanfte Landschaft rund um Appenzell mit seinen sanften Hügeln und diesen für die Gegend typischen Bauern- und Wohnhäuser fasziniert mich immer wieder auf 's Neue. So auch dieses Jahr, als ich mich relativ kurzentschlossen am Donnerstag Abend auf den Weg machte, um am Freitag an der Ebenalp zu fliegen. So stand ich dann also wieder mal auf diesem Startplatz und es war zuerst etwas Warten angesagt, da der Wind relativ zügig von der Seite kam. Als dann der Wind endlich drehte, war ich relativ schnell in der Luft und hatte eigentlich nur vor, zuerst mal einen kleinen Morgenflug zur Angewöhnung zu machen...... ;-))
Allerdings hatte sich die Thermik zu dieser Zeit schon recht gut entwickelt und schon bald fand ich mich in einer schönen Höhe über dem Startplatz wieder.
Die Reise ging dann weiter in Richtung des Restaurent Schäffler (oder wie auch immer das dort heisst....), wo ich allerdings zuerst mal kein Steigen mehr fand und nochmals ein Stück zurück fliegen musste, um einen erneuten Anlauf nehmen zu können. Das zweite Mal schaffte ich es dann recht gut und flog dann weiter Richtung Säntis. Vor mir standen dann auf ein Mal diese gewaltigen Felstürme mit nahezu senkrechten Wänden, an welche ich mich normalerweise (weil ich nicht ganz schwindelfrei bin....) nicht so recht nahe dran wage...... schon gar nicht, wenn ich da alleine angekommen wäre..... ;))
Zum Glück aber hatte ich vor mir noch zwei andere Piloten, welche mir die Linie vorflogen und welchen ich einfach folgen konnte. Zum Einten war das ein Pilot, welcher mit dem neuen Ozone-Delta unterwegs war und zum anderen ein Biplace der Flugschule Appenzell. Schlussendlich war's dann ein unglaubliches Erlebnis für mich, relativ nahe an diesen steilen Wänden aufzudrehen und plötzlich über deren Krete fliegen zu können. Aber mein Puls ging ganz schön dabei......... ;-))
Leider aber ging's danach nicht viel höher und zusammen mit meinen "Weggefährten" flog ich dann wieder zurück zur Ebenalp und von da aus weiter über das Tal Richtung Alp Siegel. Obwohl es noch nicht all zu lange Mittag war und der Hang teilweise noch im Schatten lag, fand ich dort doch relativ gutes Steigen und konnte an einer Stelle sogar die Krete überhöhen. Schlussendlich flog ich noch eine gute halbe Stunde an diesem Hang und beendete den Flug nach anderthalb Stunden, da sich doch langsam ein kleines Hüngerchen bemerkbar machte........ ;)))
Etwas später fuhr ich dann nochmals zum Startplatz hoch, um am späteren Nachmittag nochmals einen Flug machen und mir danach das wohlverdiente Langebier genehmigen zu können. An der Ebenalp selber ging zu diesem Zeitpunkt nicht mehr sehr viel und so flog ich gleich weiter rüber zur Alp Siegel. Das zuverlässige Steigen entlang diesem Hang dort war noch immer da und so war es ein Leichtes, die Krete zu überhöhen und gleich noch ein bisschen mehr Höhe machen zu können. Bin dann mit dieser Höhe nochmals über das Tal rüber zur Ebenalp schauen gegangen, ob sich in der Zwischenzeit wieder etwas Thermik gebildet hatte und nachdem ich mich persönlich davon überzeugt hatte, dass dem noch immer noch nicht so ist, gleich nochmals rüber zur Alp Siegel gewechselt. Ein paar mal hin und her entlang dem Hand und schon hatte man die Krete wieder und dieses Spiel hätte man noch eine ganz Weile machen können.
Dann aber kam mein "Freund" mit seinem Ozone-Delta wieder ins Spiel und mir wurde eins zu eins vorgeführt, was für ein unglaubliches Potenzial in diesem Flügel steckt. Er war etwas höher als ich als er Richtung Hoher Kasten davon flog und ich wollte ihm mit meinem Sigma7 folgen, um mir ein genaues Bild von meinem vielleicht nächsten Flügel machen zu können....... ;))
Doch leider merkte ich relativ schnell, dass ich niemals auch nur ansatzweise von der Höhe her wie dieser Delta am Hohen Kasten drüben ankommen würde und flog halt wieder zurück..... :-(
Währendessen dreht der Delta drüben am Hang auf und kam dann wieder zurück zur Alp Siegel, wo ich dem Teil noch eine Weile hinterher flog und ein paar Fotos davon machte.
Ich bin dann mal sehr gespannt, wie dieser Ozone-Flügel in der Szene einschlagen wird und was sich daraus entwickelt. Wenn das in etwa der Form des R10 erfolgen wird, dann haben die da in Südfrankreich unten sehr gute Arbeit gemacht....... :-))
Und so ging auch dieser wunderschöne Flugtag mit vielen neuen Eindrücken und Erfahrungen vorbei und das Ganze endete wie üblich mit dem obligaten Landebier in Form eines Appenzeller-Speziel-Biers........ :-)))
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